Den 40. Hochzeitstag feierte das Jubelpaar zwar bereits am 24. Mai 2026 – aufgrund des außergewöhnlichen Pfingstfestes wurde der Segen zum 40. Hochzeitsjubiläum ein wenig später, dafür umso reicher ausgeschüttet.
Neben einem berührenden und zu Herzen gehenden Musikprogramm umrahmte das Bibelwort aus Nehemia 8, 10b den Gottesdienst: „Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“.
Eingehend auf das Eingangslied „Mit dir, o Herr, verbunden“ merkte unser Vorsteher Andreas Heidemann an, dass dies so ganz anders klingt, als das, was im Bibelwort steht. Doch wenn man über 40 Jahre Ehe ins Gespräch kommt, spricht man auch nicht nur über „blumenreiche Bahnen“, sondern auch über: 6-mal dem Tod von der Schippe gesprungen, Unfälle und die Tatsache, dass es bei besonderen Anlässen bei Lunows immer regnet – was auch die Wettervorhersage des Tages bestätigte.
Und auch in der Gemeinde gibt es viele Situationen und Sorgen im Leben aller, in denen einem nicht immer nach einem freudigen „Amen“ zu Mute ist. Auch wenn es in vielen Bibelstellen heißt: „Bitte freut euch“ oder „Seid nicht verzagt“ – funktioniert „sich auf Kommando freuen“ eben manchmal einfach nicht. Der Vorsteher demonstrierte dies bildlich mit der bekannten Aussage „Bitte freuen Sie sich jetzt!“ aus einer Fernsehsendung aus den 90iger Jahren und brachte die gesamte Gemeinde zum Schmunzeln, indem er im wahrsten Sinne des Wortes Konfetti vom Altar regnen ließ.
Um das Bibelwort zu verstehen, ging er auf den Kontext ein, dass die Israeliten aus dem Exil zurückkamen und zuerst nach dem Gesetz Gottes fragten: „Lieber Gott, was möchtest du, dass wir tun oder auch unterlassen?“. Bezogen auf eine Ehe, eine Gemeinde, den Kollegenkreis oder die Nachbarschaft könnte man sich parallel die Frage stellen: „Was kann ich tun, damit wir gelingen und damit Friede, Liebe und Gemeinschaft erhalten bleibt?“.
Der Chor untermalte dies auf so passende Weise mit dem Lied „Gott ist die Liebe“, denn wer in der göttlichen Liebe bleibt, der bleibt in Gott und der fragt danach: „Was kann ich dir tun, dass es dir gut geht oder dass unsere Gemeinschaft funktioniert?“. Dazu gehört, dass wir nicht versuchen, unseren Partner, unsere Kinder, unsere Eltern oder unseren Nächsten verändern zu wollen, sondern dass wir eher versuchen, den anderen so anzunehmen wie er tatsächlich ist, weil er von Gott so geschaffen wurde. Dies ist keine Toleranz, sondern Gesetz Gottes.
Auch dem israelischen Volk wurde das Gesetz vorgelesen und ausgelegt. Danach erkannten die Menschen, dass sie sich weit vom Gesetz entfernt hatten, und weinten darüber. Wie gehen wir damit um, wenn wir uns selbst vor dem Hintergrund des Gesetzes oder unserer eigenen Hausregeln betrachten? Dazu müssen wir zunächst das Gesetz kennen, es verstehen und uns damit identifizieren. Doch am Ende lassen sich diese Regeln auf ein Gesetz zusammenschrumpfen: „Du sollst Gott über alles lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“ oder eben wie im Chorlied verklungen, du sollst in der Liebe Gottes bleiben und dabei nicht stehen bleiben. Und auch wenn wir manchmal erkennen, dass wir uns in der Ehe oder im Leben völlig außerhalb unserer Regeln befinden und darüber bekümmert sind, genau da spricht Gott durch das Bibelwort zu uns: „Seid nicht bekümmert und komm doch einfach wieder nach Hause“. Genau das ist unsere Freunde und unsere Stärke.
Diakonin Diana Grebenstein verglich eine langjährige Ehe mit einem von den Partnern und Gott gepflegten Lebensgarten, in dem sich der Gärtner nicht nur über den Garten freut, wenn er vollkommen ist, sondern zu jederzeit. Die Freude an dem, was wächst und was entsteht, treibt den Gärtner an. Und so ist es auch vergleichbar mit der Freude und dem rubinroten Glanz, den man nach 40 Jahren Ehe sieht, in all dem, was Gott in dieser Zeit im Leben geschaffen und gewirkt hat. Karin Then und Diakonin Alisa Lunow überraschten das Jubelpaar mit dem musikalischen Stück „Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht“ auf Orgel und Querflöte, wonach draußen der obligatorische Lunow´sche Regen eingesetzt hatte.
Zitiert aus der Strophe: „Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi regiere eure Herzen, regiere in euren Herzen, zu welchem ihr berufen seid in einem Leibe und seid dankbar.“
Manchmal wünschen wir uns Sonnenschein und es ist Regen. Aber Regen ist wichtig! Regen führt bei einer Gartenparty zusammen, weil man enger unter den Pavillons, die aufgebaut werden, zusammenkommen muss. (Das Jubelpaar wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es im Anschluss an den Gottesdienst von Familie und Freunden mit einer Gartenparty, bei der eben auch diese Pavillons – weil es regnen würde – mitgebracht und aufgebaut wurden, überrascht wird) Gott wusste es schon!
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls begrüßte Andreas Heidemann das Jubelhochzeitspaar am Altar Gottes, spendete den göttlichen Segen zur Rubinhochzeit und gab dem Ehepaar ein neues Bibelwort mit auf den weiteren Lebensweg aus dem Brief an die Philipper 4, 9: „Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.“ – dies, so der Vorsteher, ist mehr als göttlicher Frieden, das ist göttlicher Beistand.
Neuapostolische Kirche